Anglikanische Kirche Rift Valley

Das Zentrum der Kirche ist in Manyoni.Hier ist der Sitz von Bischof Lupaa. Wir kennen ihn seit mehr als 25 Jahren, als er noch Lehrer an der Secondary school in Kilimatinde war. Er hat uns immer wieder gebeten, zu ihm nach Tanzania zu kommen und mit ihm zu arbeiten. 

Die Bischofskirche in Manyoni mit seinen alten Bäumen bietet auch an heißen Tagen einen angenehmen und wunderschönen Ort, wo man gern hingeht. Am Nachmittag treffen sich hier Chöre, Gruppen und Kreise, um zu üben oder sich auszutauschen. Kinder und Jugendliche spielen miteinander in einer lockeren Atmosphäre. Um 17 Uhr wird der Tag mit einem Abendgottesdienst beschlossen, um 18 Uhr setzt die Dunkelheit ein. 

Sonntags kommen hier zu zwei Gottesdiensten 1000 Menschen zusammen. Am letzten Sonntag während eines zentralen Gottesdienstes, bei dem mein Mann eingeladen war zu predigen,  war die Kirche vollkommen voll. Es sangen 7 Chöre. Am Schluss sang und tanzte die ganze Kirche. Wenn Ihr Lust habt, schaut einmal in unsere Videos herein, die wir von den Auftritten aufgenommen haben. 

 

Die Hilfsorganisation Compassion in Manyoni

Rechts neben der Kathedrale hat die Kirche Compassion ein Haus zur Verfügung gestellt. Diese internationale christliche Hilfsorganisation vergibt Kinderpatenschaften. Die Kinder bleiben, wenn möglich, in ihrer Familie und erhalten eine finanzielle Unterstützung, eine gute Schulbildung und eine zusätzliche pädagogische Betreuung am schulfreien Samstag. Die Kinder haben eine eigene Fußballmannschaft und einen Chor.Hierbei arbeitet Compassion eng mit den heimischen Kirchen zusammen. In Manyoni werden 250 Kinder versorgt. 

Die Leitung hat Herr Prosper. Er war ursprünglich Lehrer einer Secondary School, bevor er gebeten wurde, diese Arbeit zu übernehmen. Er zeigte uns aus seinen Unterlagen, wie jedes Kind einen eigenen Ordner hat, aus dem u.a. auch hervorgeht, wie der Kontakt mit der Patenfamilie sorgfältig gepflegt wird. Er hält persönlichen Kontakt zu allen Kindern und ihren Familien und sucht bei Bedarf nach geeigneten Pflegefamilien. Wenn man mit ihm spazieren geht, merkt man, dass er jedes Kind auf der Straße kennt und mit ihm redet. 

Für Herrn Prosper ist eine sorgfältige Erziehung der Kinder ein Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. Er hat darum einen privaten Kindergarten eröffnet und plant nun, mit eigener Hand noch eine Schule zu bauen. 

Hier stehen wir vor dem Kindergarten, den Herr Prosper nach afrikanischer Tradition aus selbst gefertigten Steinen gebaut hat. Heute am Sonntag hat er geschlossen, sonst ist er mit zwei großen Gruppen gut gefüllt. Zu Kindergarten und Schule plant er einen großen Schulgarten. Er hat selbst einen ganz wunderbaren Garten und einen grünen Daumen. In dieser trockenen Gegend sind jeder Baum und jede Pflanze unendlich wertvoll. Wir wünschen ihm für seinen Plan Gottes Segen und Gelingen. 

 

 

Herr Prosper ist nicht der einzige Lehrer, der eng mit der Anglikanischen Kirche in Manyoni zusammenarbeitet. Links im Bild sehen wir Herrn      und einen Teil seiner Familie. Er ist Lehrer an einer öffentlichen Schule in Manyoni und ein Haupt verantwortlicher des Kirchengemeinderates. Auch er setzt seine ganze Kraft für die Erziehung der nächsten Generation ein. 

 

Die Anglikanische Kirche hat einen Schwerpunkt auf den Dörfern um Manyoni herum mit großen Kirchen und starken Gemeinden. Hier sehr Ihr das Pfarrerehepaaar  Beide haben eine theologische Ausbildung und arbeiten gemeinsam in einer Gemeinde. Frau.... ist verantwortlich für eine Kinderarbeit, die in der Zeit, als wir da waren, eine Wochenendfreizeit für über 600 Kinder veranstaltete. 

 

 

 

 

Synode

Alle drei Jahre findet in Kilimatinde bei Manyoni eine Synode der Kirche statt. Hier kommen die Kirchenleitung, alle 60 Pfarrer und 120 gewählte Ehrenamtliche drei Tage zusammen, um über den zukünftigen Weg der Kirche zu beraten. Ein großes Thema war in diesem Jahr die Naturheilkunde, zu dem ich als Referentin eingeladen war. 

 

Unser Projekt:

Ein anderes Schwerpunktthema betraf die Besoldung der Pfarrer. Als Besucher in Tanzania hat man den Eindruck, dass die vielen ausländischen Fördergelder und Entwicklungshilfen, die das Land erhalten hat, nicht spurlos vorbeigegangen sind. Wer eine Anstellung beim Staat hat, kann davon recht gut leben. Das gilt besonders im medizinischen Bereich. Das Anfangsgehalt einer Krankenschwester z.B. liegt bei 300 Euro im Monat. Das ist für Tanzania ein sehr gutes Einkommen. Damit kann man sich ein schönes modernes Haus bauen, wenn man fleißig arbeitet. Wir haben das an vielen Stellen gesehen. Auch der allgemeine Wohlstand hat sich verbessert, besonders die Wasser- und Stromversorgung. Nur sind nicht alle von der positiven Entwicklung betroffen. Besonders auf den Dörfern ist die Bevölkerung sichtbar sehr arm. 

 

Daraus entsteht ein Problem für die Kirche. Unsere anglikanische Partnerkirche hat ihren Schwerpunkt in den Dörfern. Ihre Pfarrer leben von einem  Teil der Kollekten, die in den Gottesdiensten gesammelt werden. In Städten ist das kein Problem.  In armen Dörfern müssen viele Pfarrer mit umgerechnet 1 Euro im Monat auskommen (der Weltarmutskodex liegt bei 1,30 Euro pro Familie am Tag). Dabei wird sehr viel von den Pfarrern erwartet: sie sollen ihre eigenen Belange zurückstellen, immer für andere da sein, die Menschen besuchen, die Spenden und Gelder gut verwalten....Die Pfarrer haben oft viele Kinder, und auch gute Schulbildung ist teuer. Um zu überleben, verlassen viele Pfarrer verlassen die Diözese und wandern in reichere und fruchtbarere Gegenden ab. Diese Entwicklung ist für die Gegend fatal, weil die Menschen den Mut verlieren, an der Stelle, wo sie hingestellt sind, zu bleiben und die Probleme mutig anzupacken. Den Menschen wird die Hoffnung genommen. 

 

Noch schwerer ist es für die Pfarrer im Ruhestand. Hier bekommen sie überhaupt keine Unterstützung mehr. Wenn sie nicht vorher ein Haus gebaut haben oder Kinder haben, die sie versorgen, leben sie unter Bäumen. Wenn sie nicht mehr können, gehen sie in den Wald, um allein und in Ruhe zu sterben. So wurde es uns in der Synode glaubhaft berichtet. 

 

Wir haben darum beschlossen, die vier Pfarrfamilien unserer Partnergemeinde mit monatlich 50 Euro zu unterstützen. Das ist nicht viel, aber eine kleine Ermutigung. (Zum Vergleich: Das Anfangsgehalt einer Krankenschwester liegt bei 300 Euro im Monat. Sie wird vom Staat bezahlt).  Es wäre sehr gut für die Kirche, wenn noch mehr Pfarrer hier mit einbezogen werden könnten. Die katholische Weltkirche sorgt gut für ihre Pfarrer auch in den armen Ländern. Können wir nicht ihrem Beispiel folgen?

 

Ein katholischer tanzanischer Freund sagte zu dem Thema: Die Tanzanier mögen es nicht so gern, der Kirche Geld zu geben, weil sie selbst so wenig haben. 

 

Hier seht Ihr uns mit den vier Pfarrerehepaaren aus dem Kirchenbezirk Itigi.
Hier seht Ihr uns mit den vier Pfarrerehepaaren aus dem Kirchenbezirk Itigi.

Was mir aufgefallen ist: Auf der Synode wurden nur die Ehrengäste und die Kirchenleitung beköstigt, und das sehr gut. Alle anderen mussten sich selbst versorgen, erhielten auch kein Wasser. Es war sehr schwierig für mich, hier ganz konkret zu erkennen, auf welcher Seite ich stehe, nämlich der Seite der Welt, der es gut geht.