Heilmittelbild Kamel

Die Gefahr des Reichtums (Lukas 18, 18-27)

Ein einflussreicher Mann fragte Jesus: Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen. Jesus antwortete: Was nennst du mich gut. Nur einer ist gut - Gott. Seine Gebote kennst du doch: du sollst nicht die Ehe brechen, nicht morden, nicht stehlen, nichts unwahres über deinen Mitmenschen sagen; ehre Vater und Mutter."

"Diese Gebote habe ich von Jugend an alle befolgt, erwiderte der Mann.

Als Jesus das hörte, gewann er ihn lieb und sagte er zu ihm: Eines fehlt dir noch: Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Und komm und folge mir nach!"

Als der Mann das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war überaus reich. Als aber Jesus sah, dass er traurig geworden war, sprach der: Wie schwer kommen die Reichen in das Reich Gottes. Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme. Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden? Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. 

Das innere Wesen des Kamels:

Der reiche Jüngling spiegelt das Wesen des Kamels. Es kann sich nicht wandeln. Es kann nicht loslassen und abgeben, sondern trägt sein Fettpolster und seine Reserven immer mit sich herum. Dadurch wird es extrem unbeweglich, es läuft immer im gleichen Trott. Für ein Kamel ist dies Verhalten ganz ok. Für einen Menschen gilt das nIcht.

 

Das Miasma des 12. Monats

Kamel - ein Heilmittel der TCM

Hildegard sieht in ihrem Miasmenkalender das Kamel am Ende des 12. Monats. Seine Themen sind: reaktionslos (Verhärtung) - inaktiv - Meditation - isoliert - Tod (vgl. Schalten Stadium 18). 

 

 In der Verhärtung solch ungerechter Bahn kann der Mensch weder die Süße der Heiligkeit besitzen noch den Samen guter Werke ausstreuen. Auch schwingt er sich in diese Verhärtung, die immer mehr zunimmt, nicht mehr zu den himmlischen Dingen auf. Blind für die Werke einer guten und heiligen Erkenntnis, kann fortan ein solcher Mensch die Freuden der Heiligkeit, die er in seinem Zorn befleckt hat, nicht mehr besitzen; gleich einem Kamel ist er beladen mit dem Gestank seiner Sünden und, er befleckt sich immerfort. (LDO Iv, 89). 

Das Kamel im Leben der Mönche

Das Kamel spielt in der Tradition der Mönche eine wichtige Rolle. Antonius war 20 Jahre alt, als seine Eltern starben. Er blieb allein zurück mit seiner jüngeren Schwester. In einer Dorfkirche hörte er die Geschichte vom Reichen Jüngling  mit dem Aufruf Jesu, alles zu verkaufen, was er hat, um in seinem Christenleben „vollkommen“ zu werden. Denn was nützen ihm seine materiellen Güter angesichts der Ewigkeit. Er ging hin und verkaufte seinen Besitz….So wurde er frei, den Weg der Mönche zu gehen. 

Für die Mönche war die Geschichte vom Reichen Jüngling sehr konkret. Eine vollkommene Besitzlosigkeit war oberstes Gebot. Sie ließen sich ihre (braune) Kleidung extra aus Kamelhaaren machen, um sich immer daran zu erinnern. Sie wollten in jeder Situation frei sein und sich Christus anpassen. Dabei half ihnen das Kamel. 

Das Kamel - ein Heilmittel aus Physica

Physica VII, 2. Das Kamel hat eine solche heilende Kraft in sich, dass - wenn es nicht zahm wäre - es den Löwen und die übrigen Tiere an Stärke überträfe. 


Ich erinnere mich, wie es mir bei einem Umzug in eine neue Gemeinde schwer fiel, altes loszulassen und mich auf neues einzustellen. Ich strickte mir eine Jacke aus Alpaka Wolle (= Kamelhaare). Es was für lange Zeit meine Lieblingsjacke, bis ich sie nicht mehr brauchte.