Antonius (251-356) - Skizzen

Antonius ist für die alte Kirche so etwas wie ein Modellheiliger. Er steht am Anfang der Mönchsbewegung und ist der erste Mönch, der sozusagen zum Medienereignis wurde (Prof. Löhr, Heidelberg). Auf ihn geht Inclusentum zurück. 

Der Tausch: Wenn Christus von den Toten auferweckt wurde, glaubt Antonius ganz fest, so wird auch er, Antonius, aus dem Grab wieder auferstehen. Was bedeutet es angesichts der Ewigkeit, wenn man ein paar Äcker verkauft, die man sowieso nicht ins Grab mitnehmen kann, wenn man sie eintauschen kann für die Freude des Himmels.

 

Inklusentum. In einer zweiten Phase seines Lebens verlässt Antonius seine Mitmenschen, geht in die Wüste und mauert sich ein in ein verlassenes Kastell, lebt dort 20 Jahre. Er kämpft mit seinen eigenen Gedanken, die wie Dämonen ihn umgeben. Er ruft sich dabei die Psalmen in Erinnerung (die Mönche lasen mindestens einmal in der Woche alle 150 Psalmen). Auf ihn weist Hildegard hin mit der Tradition des Inklusentums, das von Antonius zuerst praktiziert wurde. Die Mönche sind eingeschlossen in ein Haus, ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein kleines Fenster nach oben. 

 

Gemeinschaft und Liebe. Antonius praktiziert Askese im Zusammenleben mit anderen. 

 

Gabe der Heilung. Obwohl Antonius die Menschen verlassen hat, ist er umgeben von vielen Schülern. Er braucht jemanden nur anzuschauen, um seine Probleme zu wissen. Er heilt, hat Visionen, kann weissagen. Auch Hildegard in der Mitte des Bildes hat diese Gaben. Ihre Lebensgeschichte erzählt, sie blickte durch die Menschen und ihre Gedanken hindurch.

 

Feindesliebe. Er lehrt seine Schüler, nichts zu fürchten, auch nicht den Tod. Als in einer benachbarten Stadt eine Christenverfolgung ausbricht, geht er freiwillig dorthin. Er will um Christi willen leiden. So auch seine Schüler: Wenn ihre bescheidenen Zellen von Räubern heimgesucht werden, geben sie den Räubern freiwillig ihre ganze Habe. So leben sie mit ihrer Umgebung in Frieden zusammen. Auch später, als die Umgebung islamisch wurde, konnte die koptische Kirche weiter existieren bis heute. 

 

Er lebt sehr gesund. Als er im Alter von über 100 (102)Jahren stirbt, ist er immer noch bei guter Gesundheit.

 

Heilkunde der Gedanken

Man muss die Gedanken erkennen, die einen umgeben. Sie können verschiedene Gestalten annehmen, die es genau zu differenzieren gilt. Sie können erinnern an Tiere oder Pflanzen, vielleicht auch an dunkle Steine.

 

Die Zeigepflanze dieses Bildes, der Lebensraum, in dem wir uns befinden, ist die Wüste, charakterisiert durch die Giftschlange. Die Mönche sehen diese Wüste in ihrem eigenen Herzen, das Gift kommt nicht nur von außen, sondern es ist auch in ihnen drin.

 

Sich seiner selbst bewusst werden

- nicht in den Tag hineinleben

- nicht einfach zornig werden, weil der Zorn über einen kommt, sich nicht gehen lassen.

 

Im Bild: man muss innere Mauern um sich selber bauen.

So bauen sie eine Mauer um sich selbst, ihre eigenen Gedanken. Sie wollen sich gemeinsam gegen sie schützen.

 

Disziplin: Antonius praktiziert Askese im Zusammenleben mit anderen. Er verdient seinen Lebensunterhalt selbst mit Korbflechten und gibt darüber hinaus den Armen ab. Andere Mönche fertigten Kopien von Büchern an (es gab noch keinen Buchdruck).

Der Mönch links im Bild arbeitet.

 

Gebet, Psalmengesang morgens und abends. Beichte. So vertreibt er Teufel und Dämonen.

der Gesang trägt die Seele nach oben, gibt ihr Flügel.

 

Schriftstudium

 

Fasten: eine Mahlzeit abends nach Sonnenuntergang, 

 

Brot, Salz, Wasser

 

Schlaf auf dem Boden

 

Beachte: Er lebt sehr gesund.