Schlafen - Wachen

Ruhe und Aktivität ausgleichen

 

Mit dem Sommer gab Gott einen Hinweis auf den wachenden Menschen, mit dem Winter auf den Schlaf. Wie der Winter in seinem Schoße verbirgt, was dann der Sommer mit Freuden hervorbringt, so wird der schlafende Mensch durch Schlummer gekräftigt, damit er bereit sein kann, mit wachen kräften jedwedes Werk durchzuführen. (LDO IV 98)


 

 

In der Mitte des Kreislaufs ist ein Weizenkorn. Wenn alle Lebensrhythmen aufeinander abgestimmt sind, beginnt es zu keimen.

 

Zu den alten Weizensorten gehört das Wintergetreide. Es wird am Ende des Sommers gesät und braucht den Winter, um sich richtig zu entwickeln und volle Frucht zu bringen. 


Am Tag sind wir wach und aktiv, in der Nacht schlafen wir. Das ist ganz normal und weiß jedes Kind. Er ist tief in unsere Konstitution eingezeichnet. In Wirklichkeit ist er sehr kompliziert, denn er zeigt an, dass alle Lebensrhythmen in Harmonie sind.

 

Diesen Rhythmus können wir zwar unserem Lebensstil anpassen, aber wir können ihm nicht ausweichen. Er ermöglicht unserem Körper und unserer Seele, zur Ruhe zu kommen. Am Tag ist für Hildegard die Seele im Körper aktiv, entscheidet, unternimmt. In der Nacht zieht sie sich zurück.

 

Schlaf hat mit Veränderung zu tun. Wir sehen ein Phänomen am Himmel:  Das Licht zeigt sich doppelt: als Sonnenlicht am Tag, als Mondlicht in der Nacht. Die Art des Lichts hat einen großen Einfluss auf uns, dem wir uns nicht entziehen können. Für unsere Gesundheit ist es sehr wichtig, ob wir auf das VERSCHIEDENE Licht reagieren können. Es ist wie ein Frühwarnsystem. Am Tag müde zu sein und in der Nacht nicht richtig schlafen zu können, zeigt, dass unsere Körperrhythmen nicht mehr in der richtigen Harmonie sind. 

 

Umgekehrt ist der Zyklus ein Frühentwarnsystem. Er ist der erste Rhythmus, der zeigt, ob eine Behandlung gut anschlägt. Wird dieser Rhythmus besser, wissen wir uns auf einem guten Weg. 

 


Was tun bei Schlaflosigkeit? - Heilmittel aus Physica

 

Hildegard stellt einen Zusammenhang her zwischen dem Schlafzyklus zu dem Rhythmus Sommer und Winter. Auch er beeinflusst unser Körpersystem nachhaltig. Die Behandlung von Schlaflosigkeit ist abhängig von der Jahreszeit. 

 

Es gibt zahlreiche Regeln in der Klosterheilkunde, mit Schlaflosigkeit umzugehen. Die wichtigsten Heilpflanzen sind  Fenchel, Schafgarbe, Salbei. Die Rezepte sind nach Jahreszeit unterschiedlich.

 

Sommer: Wer wegen irgendeiner Störung nicht schlafen kann, soll im Sommer Fenchel und zweimal soviel Schafgarbe nehmen, in Wasser kochen, das Wasser auspressen und die warmen Kräuter auf Schläfen, Stirn und Kopf auflegen und mit einem Tuch festbinden.

Er kann auch grünen Salbei nehmen, ihn ein wenig mit Wein tränken und dann so auf das Herz und auf den Hals legen, und er wird durch den Schlaf Erholung finden.

 

Im Winter soll er Fenchelsamen und Schafgarbenwurzel in Wasser kochen, auf die Schläfen und auf den Kopf …auflegen, pulverisierten und mit Wein getränkten Salbei auf das Herz und um den Hals legen, mit einem darüber gewickelten Tuch festhalten, und er wird durch den Schlaf Erholung finden.