Die Kleidersymbolik

 Und so hast Du den Saum Deines Gewandes ausgeweitet.

Mit Lobpreis hast Du den Himmel in Bewegung gesetzt

und ihn mit einer Fülle von Schönheit im Gürtel der Engel umgeben,

die, während sie Dich im Gürtel des Lobes umringen,

nicht aufhören können zu staunen, dass Du den Menschen so erschaffen. 

 

Mit dem gleichen Gürtel des Lobes hast du den Menschen umgürtet

anstelle jenes Engels, der die Himmelsehre zurückwies und versagte.

Mit seinem Gewand hast Du ihn so gefestigt,

dass er fürderhin vom Lobpreis nicht ablasse (HvB LDO).

Licht ist sein GEwand

 

Der Mensch ist ursprünglich geschaffen zu Gottes Ebenbild und nach seiner Ähnlichkeit. Er kann auf Gott und seinen Blick reagieren.

 

Gott schaut den Menschen an, und der antwortet ihm, indem er Gott anschaut und ihn lobt.  Er steht darin eigentlich mit Gott auf einer Ebene ähnlich wie Yin und Yang. 

 Als Gott dem Menschen ins Angesicht schaute, gefiel er ihm sehr gut. Hatte er ihn doch nach der Gewandung seines Bildes und nach seiner Ähnlichkeit mit sich hin erschaffen! Der Mensch sollte mit dem Instrument seiner vernünftigen Stimme alle Wunderwerke Gottes verkünden. Denn der Mensch ist das volle Werk Gottes. Gott wird vom Menschen erkannt, und um des Menschen willen hat Gott alle Geschöpfe erschaffen. Ihm hat Er auch gestattet, im Kuss der wahren Liebe durch seine Geistigkeit Gott zu loben und zu preisen (LDO).

 

Er ist so tief mit Gott verbunden wie der Engel. 

Zusammen mit den Engeln sollte er (der Mensch) Sein Antlitz in jener Einheit loben, in der Er wahrer Gott und wahrer Mensch ist.

Der Mensch aber kann nicht mehr auf Gottes Blick und sein Licht reagieren. Er hat von sich aus die Einheit zwischen Gott und ihm, zwischen Himmel - Erde - Mensch zerstört und sich weit von Gott entfernt. Er ist der Erde ähnlich geworden, die vom Licht zerstört wird. 

 


Und so hast du den Saum deines Gewandes ausgeweitet

Hildegard denkt wie in einer Schneiderstube der Klöster: Das ursprüngliche Kleid aus Licht passt nicht mehr. Es ist zu klein. Aber es hat in sich schon einen Saum - die Möglichkeit der Erweiterung. 

Wenn Gott, wie im zweiten Schöpfungsbericht erzählt wird, Gott dem Menschen zusätzlich seinen Atem einhaucht, ist so etwas wie eine Vorsorgemaßnahme Gottes. Denn Gott weiß schon vorher, dass der Mensch sich von ihm entfernen will. Der Atem erreicht eine tiefere Ebene als das Licht. Mit ihm kann Gott den verlorenen blinden und reglosen Menschen berühren, auch wenn er ihn nicht mehr anblicken kann. 



Mit Lobpreis hast du den Himmel in Bewegung gesetzt


Die Engel loben Gott. Ihr Lob prägt die ganze unsichtbare Schöpfung. 

 

  Lob sei der Dreieinigkeit,

die Klang ist und Leben

und als Schöpferin aller Dinge

dem Leben von allem zuinnerst ist.

Und die das Lob der Engelscharen

und der wunderbare Spiegel der Geheimnisse

- dem Menschen verborgen - ist.

Und in allem ist sie das Leben. (Symph. 1)

 

 

Die Ordnung durch den Atem Gottes kann nicht gesehen, aber mit den Fingerspitzen der Hände getastet werden. Sie hat sich bis heute erhalten in den "außerordentlichen Meridianen" der TCM. 



Vision 4

Das Lob Gottes liegt über der Schöpfung und stellt eine Einheit her zwischen Himmel - Erde und Mensch. Jedes Geschöpf hat seine eigene Melodie des Lebens. Die Natur hilft dem Menschen, seine eigene Melodie des Lobes wiederzufinden. 

 

Die Himmel hallen wider von meinem Lob. Denn sie hängen an meinem Blick und gehorchen mir nach der Ordnung, die Ich ihnen gesetzt. Sonne, Mond und Sterne halten ihre Zeiten ein. Wind und Regen laufen durch die lüfte, wie es Ihnen bestimmt ist. ...

Keiner von euch kann die Tage seines Lebens wissen, daran vorbeikommen oder darüber hinwegbringen.

Von Mir ist euch die Zeit des Lebens gesetzt. Ist deine Heilzeit erfüllt, dann wirst du die gegenwärtige Weltzeit eintauschen gegen die, die keine Grenzen kenne (Scivias).



Lob weckt eine Erinnerung an den Anfang der Schöpfung, das Paradies. Mit ihm wird das ursprünglich in den Menschen gelegte Potential für ein erfülltes Leben zur Entfaltung gebracht. 

 Lob sei der Dreieinigkeit,

die Klang ist und Leben

und als Schöpferin aller Dinge

dem Leben von allem zuinnerst ist.

Und die das Lob der Engelscharen

und der wunderbare Spiegel der Geheimnisse

- dem Menschen verborgen - ist.

Und in allem ist sie das Leben. (Symph. 1)