Säugetiere

 

Das Wesen der Säugetiere ist die Mütterlichkeit.

Säugetiere in Physica

 

Hildegard von Bingens Arzneimittellehre Physica (Heilkraft der Natur) enthält im siebten Buch 45 Tiere aus aller Welt. Die meisten rechnen wir heute zu den Säugetieren. Was mit einem Einhorn gemeint ist, wissen wir nicht mehr. Zwei scheinen nicht dazuzugehören: Floh und Ameise. 

Unsere herkömmliche Systematik, d.h. unsere Weise, Tiere einzuteilen, führen wir zurück auf Charles von Line´. Er lebte vor etwa 200 Jahren lange nach Hildegard. Er teilte die Natur ein nach äußeren sichtbaren Kriterien. Säugetiere z.B. sind Tiere, die ihre Jungen mit Milch säugen. 

Die Tiere in Buch VII haben eine gemeinsame Empfindung: opferbereite Mutterliebe (lat. Caritas, griech. Agape). Es ist das wesentliche gemeinsame Kriterium.

  • Bei Säugetieren kann man die Mutterliebe  direkt erkennen. 
  • Der Floh zeigt eine Perversion der Mutterliebe: er saugt - aber er ist ein Parasit und macht sein Gegenüber zu seinem Opfer.
  • Bei der Ameise sind es Arbeiterinnen, die für die Jungen sorgen. Sie selbst haben die Eier gar nicht gelegt,  üben aber trotzdem Brutpflege.

In ihrem  Wesen sind wir Menschen diesen Tieren ähnlich, denn jeder einzelne war am Anfang seines Lebens abhängig von der Mutterliebe in irgendeiner Form.

 

Was lässt an ein Mittel aus dem Reich der Säugetiere denken?

  • Psychologische Ebene

Das Bewusstsein der Abhängigkeit von einem anderen Menschen oder Tier, wie sie aus einer Mutter - Kind - Beziehung erwächst. Dazu gehören Gefühle der Einsamkeit, Verlassenheit, Verlangen nach Gesellschaft, das Gefühl, zurückgewiesen oder verachtet zu werden.

  • Körperliche Ebene

Probleme mit der Menses, der Brust oder Unverträglichkeit von Milch.

 Saugen ist nicht nur ein materieller äußerer Vorgang. Milch ist das Hauptnahrungsmittel im Frühstadium der Entwicklung des menschlichen und tierischen Lebens, und damit besteht eine enge Beziehung zu unserem innersten Wesen (Kent, Homöopathische Arzneimittelbilder). 

Die tiefe Dimension der Liebe

Opferbereite Liebe ist nicht auf Mensch und Tier beschränkt, sie ist universell. Wir selbst sind geprägt von dieser Liebe. Wenn wir uns umschauen, entdecken wir überall diese opferbereite mütterliche Liebe. 

Die Wertschätzung der Caritas in Hildegard ältesten Werk LDO zeigt, dass wir es hier mit einer zutiefst mütterlichen Heilkunde zu tun haben. Gott ist wie eine Mutter. Er wählt den Weg der Mutterliebe, um die Welt zu heilen. So schafft er eine tiefe Einheit zwischen Tier, Mensch und ihm selbst. 

Individualität. Mit der Milch gibt die Mutter etwas von ihrem Wesen an ihr Junges. Jedes Lebewesen hat seine besondere eigene Lebensmelodie. In der Melodie der Tiere kann der Mensch sich selbst erkennen. Sie werden für ihn zu „Tugendkräften“, die ihm an Körper und Seele zur Tugend verhelfen. 

 

Physica VII

Affe

Ameise

Bär

Esel

Floh

Hirsch

Hund

Kamel

Katze

Löwe

Panther

Pferd

Ratte

Rind

Schaf 

Schwein

 



Maria, Urbild der aufopferungsvollen Mutter

Sei gegrüßt du edles,lobwürdiges und unversehrtes Mädchen.

Du bist in der Mitte der unverletzbaren Kraft,

du materia der Heiligkeit, die Gott gefällt.

Denn dir geschah, dass der Höchste in dich einströmte,

und das höchste Wort bekleidete dich mit dem Menschsein.

Du bist die hellstrahlende Lilie,

vor aller Schöpfung sah Gott auf dich.

O du Schönste und liebenswürdigste,

wie sehr hat Gott sich an dir erfreut,

als die Umarmung seiner glühenden Liebe dir geschah,

und als sein Sohn von dir gestillt wurde.

Symphonia12