Lukas 22, 24 ff

 

Heilen mit Olive aus Sicht der TCM

 

Jesus ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg (Lk 22, 39).  

Es erhob sich aber ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte. 

Er aber sprach zu ihnen:

Die Könige herrschen über ihre Völker und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. ....Ich bin unter euch wie ein Diener…. 

Als Jesus zum Ölberg kam, sprach er zu seinen Jüngern: Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt!

Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Es erschien ihm aber ein Engel und stärkte ihn. Und er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen. 


 

Die Wandlungsphasen der elementaren Kräfte

 

 

1. Der Nahrungszyklus: Holz nährt das Feuer

 

Die Jünger haben mit Jesus das Abendmahl gegessen. Ihr Streit weist hin auf einen Zustand aufsteigenden Yangs. Von dem Zyklus der elementaren Kräfte her gesehen zeigt sich die Kraft des Feuers. Hier haben wir es mit einem wilden, nicht kontrollierten Feuer zu tun. Es wird beeinflusst vom Holz. 

 

Die Materia des Feuers ist das Holz

und die Materia des Magens sind die Speisen.

 

Viel Holz entfacht eine mächtige Flamme,

und die Menge der Speisen nährt die Begierden. …

 

Das Verlangen nach Speise erzeugte den Ungehorsam

Und das liebliche Verkosten vertrieb aus dem Paradies

(Evagrius Ponitkus, Über die acht Gedanken I 4ff).

 

Holzes kann sich wandeln, kann biegsam und beweglich bleiben. Es kann sich auch wandeln von einer Störungsursache zu einem Heilmittel. Wie das geschieht, sehen wir bei Christus dem Arzt. 

 

Jesus legt einen ersten Betrachtungsschwerpunkt auf die politische Entsprechungsebene und denkt her in einem Schema, das wir als Yin und Yang Symbolik kennen. 


Yang Yin
Herrscher Diener
 mächtig  arm
König gemeines Volk
Wohltäter Almosenempfänger

Christus der Schöpfer argumentiert nicht sachlich, sondern persönlich. Er ordnet sich selbst dem Yin zu. Er ist ein Diener. Wenn der Schöpfer sich selbst niedergebeugt hat und unser Diener geworden ist, bedeutet es für die Heilkunde: der erste Schritt jeder Behandlung ist es,  Yin zu stärken.

 

Medizinische Bedeutung der Olive

Olive stärkt den Magen und die Verdauung, wirkt auf die Lunge.

Olive ist ein "Diener" unter den Arzneimitteln, d.h. ein Arzneimittelträger, der die Wirkung der Heilmittel unterstützt (Salben, Öle)

 

Wenn der Schöpfer sich als Person versteht, so werden auch die Heilmittel "persönlich" gesehen.

Mit seinem Weg nach unten verletzt der Olivenbaum seine persönlichen Interessen. Die Kehrtwende bedeutet für ihn ein Kampf gegen sich selbst.

→ Medizinische Bedeutung: Olive als ein Mittel gegen Allergien (der Körper im Kampf mit sich selbst). 

 

Das Gebet. Yin und Yang kommen erst in ein inneres Gleichgewicht, wenn der Mensch nicht nur den Körper, sondern auch den Geist pflegt. Er muss auch in seiner Gottesbeziehung biegsam und beweglich bleiben, sich ständig anpassen, gehorsam sein. So findet er zu seiner eigenen Identität. 

 

2. Heilung der Verachtungs - Sequenz: Holz reinigt die Erde

 

Der Zyklus der elementaren Kräfte ist grundsätzlich gestört durch den Brudermord des Kain, in dem Erde von dem Blut des Bruders verschmutzt ist. Erde verachtet Holz. 

 

Im Gebet unter dem Olivenbaum wird eine Ausscheidungsreaktion hervorgerufen: den Schweiß, der von Jesu Angesicht wie Blut auf die Erde tropft. 

→ Medizinische Bedeutung: Olive produziert Körpersäfte (Schweiß), entgiftet


 

Das aufsteigende wilde Feuer hat dem Menschen Krankheit und Tod gebracht. 

Im Angesicht des Todes nimmt der Mensch wahr: er hat sich getäuscht. Er hat sich falsch orientiert. 


 

 

 

 

 

Yin und Yang haben sich verwandelt. 

Der Mann ist in einer dienenden Position, die Frau ist die Chefin. 

 

Ein Blick in das Zentrum der Person. 

Im Gebet sind Mann und Frau eins. Im Kreuz, das die Nonne mit der Hand bildet, begegnen sich Himmel und Erde.

 

Das Gebet ist das größte Geschenk, das Gott uns gibt (Evagrius Pontikus).

Es entgiftet unsere Seele. 


Literatur:

Wu Yanping, Ernährungstherapie mit Chinesischen Kräutern. Urban und Fischer 2005

Maciocia, Lehrbuch der TCM, 2. Auflg. 2008